Ich wollte einen Startup-Hub für Zürich fordern - und der Coworking-Space kam mir zuvor
08.04.2015
Seit längerer Zeit beschäftigt mich, dass es in Zürich keinen richtigen Startup-Hub gibt: Einen Ort, an dem ganz frische Startups unkompliziert einen Arbeitsplatz erhalten, Networking betreiben können, Feedback bekommen und mit der Zeit in ein eigenes Office wachsen können. Solche Startup-Hubs, vergleichbar mit dem Betahaus in Berlin, sind meiner Meinung nach für das Ökosystem extrem wichtig.
Mit Rayneer sind wir damals - obwohl wir von verschiedenen Seiten gewarnt wurden - in den Technopark Zürich gezogen. Das war ein grosser Fehler: Abgesehen von der coolen Adresse (Technoparkstrasse 1) gibt es eigentlich nichts Positives über den Technopark zu sagen. Ungefragt wurden wir in irgendein "Coaching-Programm" gedrückt, es gibt fast keine Startups mehr im Technopark (da die meisten Büros entweder an grosse Firmen oder zahlungskräftigere KMU vermietet wurden), Abgesehen von der coolen Adresse gibt es eigentlich nichts Positives über den Technopark zu sagen. es findet kein Networking statt (auch nach einem Jahr kannten wir fast keine anderen Jungunternehmen ausser unseren bestehenden Freunden), und unsere direkte Nachbarin hat sich beschwert, wenn wir im Büro Musik gehört haben (was als Musik-TV unumgänglich ist). Dass es auch anders geht, könnte die Technopark-Leitung im eigenen Haus sehen: Der ETH-Trakt, der von der Eidgenössisch-Technischen Hochschule Zürich betrieben wird, lebt und floriert.
Eine tolle Initiative unter anderem der Stadt Zürich ist der Blue Lion-Inkubator, der sich auf ICT- und und Cleantech-Startups fokussiert. Leider ist der Blue Lion in Schwamendingen. Ich habe den Blue Lion mehrmals besucht. Die Atmosphäre ist familiär, die Einrichtung topmodern und der CEO, Gerd Christen, ist sehr sympathisch. Leider ist der Inkubator in Schwamendingen, also nicht gerade in der Nähe des Stadtkerns oder dem Kreativ-Hotspot Kreis 5.
Umso erfreuter bin ich, dass dasColab Zürich um den charismatischen und erfolgreichen Panter-CEO Georgios Kontoleon und der Impact Hub Zürich heute bekanntgegeben haben, dass sie ab Sommer die drei Standorte am Sihlquai, in den Viaduktbögen und der "Garage" direkt beim Bahnhof Hardbrücke zumindest virtuell und die Kräfte real zusammenschliessen. Auf mehr als 2'000 m2 wird ein sogenannter "Do Tank" und Coworking-Space für Austausch, Kollaboration und Innovation geschaffen. Das Colab Zürich und der Impact Hub schliessen sich zusammen. In der Medienmitteilunglässt sich Georgios wie folgt zitieren: "Wir, die neue Generation von Machern, übernehmen Verantwortung und gestalten interdisziplinär die Zukunft; eine, die offen, tech-affin, kreativ und Enkel-tauglich ist". Genauso sollte es sein: Erfolgreiche Unternehmer investieren in den Standort, um junge, erfolgsversprechende Unternehmer und Ideen zu fördern. Bravo! Mit der Swisscom konnte ein erster Sponsoring-Partner gefunden werden.
Ich freue mich übrigens, wenn Du diesen Blogpost auf Facebook oder Twitter teilst!